Verschleierung der Vermögensverhältnisse

Die Verschleierung der tatsächlichen Einkommens- und Vermögensverhältnisse

So wird z.B. behauptet, der „Standort Deutschland“ sei nicht wettbewerbsfähig, weil die Löhne und Lohnnebenkosten zu hoch seien. Tatsache ist jedoch, dass die Löhne in Deutschland in den vergangenen Jahren weitaus geringer gestiegen sind als in allen vergleichbaren Industrieländern und das, obwohl keine andere Volkswirtschaft derart von der Öffnung der Märkte und dem weltweiten Austausch von Gütern und Dienstleistungen profitiert wie die deutsche. Die Gewinne aus diesem Geschäft fließen jedoch in die Hände von wenigen. Weil dies weitgehend unbemerkt geschieht, kann der Eindruck erweckt werden, dass die Wirtschaft nicht erfolgreich sei und man die Löhne weiter niedrig halten müsse, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Zwar werden z.B. die ständig steigenden Managergehälter immer wieder zum Thema gemacht, die förmlich explodierenden Gewinne der Großaktionäre, also der Kapitaleigner, werden jedoch so gut wie nie angesprochen. Im Gegenteil: Mit dem Hinweis, dass die oberen 10% der Einkommensteuerzahler für über 50% der gesamten Einkommensteuer aufkämen, wird versucht den Eindruck zu erwecken, einkommensstarke Schichten trügen eine übergroße, unangemessen hohe Steuerlast. Berücksichtigt man allerdings die Tatsache, dass der Spitzensteuersatz seit 1989 von 56% auf nunmehr lediglich 45% gesenkt wurde, wird deutlich, dass die scheinbar hohen Steuerleistungen der Besserverdiener zeigen, wie hoch deren Einnahmen tatsächlich sind und wie ungleich sich die Einkommensverhältnisse in Deutschland mittlerweile entwickelt haben! So zeigt beispielsweise die Studie „A Wealth Tax on the Rich to Bring down Public Debt?“ des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung von 2011, dass die reichsten zehn Prozent der Deutschen mehr als 2/3 des Nettovermögens besitzen! Die Mehrheit der Arbeitnehmer in Deutschland ist der Meinung, sie zahle hohe Steuern und würde daher von Steuersenkungen profitieren. Tatsache ist jedoch, dass sich Steuersenkungen lediglich für diese kleine Gruppe besonders wohlhabender Menschen in Deutschland einkommenssteigernd auswirken. Die breite Masse profitiert nicht von Steuersenkungen, weil Steuersenkungen durch eine Erhöhung anderer Abgaben oder Leistungskürzungen gegenfinanziert werden müssen. Steigende Sozialversicherungsbeiträge, Leistungskürzungen in der Sozialversicherung, die Einführung von zusätzlichen Gebühren, die Erhöhung von Verbrauchsteuern, die Senkung der Altersrenten und die Einführung sonstiger Gebühren sind eine direkte Folge von Einkommen- und Unternehmen­steuersenkungen. Wer seinen Lebensunterhalt aus einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit bestreitet, profitiert unter dem Strich nicht von Steuersenkungen, sondern finanziert sie!

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